Jonas Höschl ist ein politisch gelesener Konzeptkünstler und Fotograf.
Für sein künstlerisches Werk, welches die Medien Druckgrafik, Sound, Video und Installation umfasst, erhielt er unter anderem den Paula Modersohn-Becker Kunstpreis, den Bayerischen Kunstförderpreis für Bildende Kunst sowie den Deutschen Fotobuchpreis. Er veröffentlichte die Kunstbücher Fade Away Medley (Das Wetter), Politik von Medienbildern (Hatje Cantz) sowie zuletzt 80 Portraits: 73 Männer, 7 Frauen (Verlag für moderne Kunst).
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Zum Schäfchen, Recherche Nord (POV)
2026
Ausstellungsansichten "Antifascism: Now" @ Lothringer 13 Halle, München // Fotografie von Christian Kain
Moviestill "Zum Schäfchen, Recherche Nord (POV)", 25:50 min, 2026
„Zum Schäfchen, Recherche Nord (POV)“ (2026) ist eine multimediale Installation von Jonas Höschl, die die Arbeitsbedingungen des antifaschistischen Journalist*innen-Kollektivs Recherche Nord reflektiert. Ausgangspunkt sind Body-Cam-Aufnahmen von zwei Angriffen durch den rechtsextremen Publizisten Götz Kubitschek vor dem Gasthaus „Zum Schäfchen“ in Schnellroda, Sachsen-Anhalt, einem zentralen Treffpunkt der Neuen Rechten. Der Künstler überlagert diese und macht sie durch farbcodierte Bodenmarkierungen und Holzaufsteller räumlich erfahrbar. Im Zentrum der Installation sind auf zwei Screens das Point-of-View-Videomaterial des angegriffenen Fotografen zu sehen. Die Rezipient*innen werden durch die Raumsituation in einen fortwährenden Wechsel zwischen der Perspektive eines Betroffenen und der eines neutralen Beobachters versetzt. Damit werden grundlegende Fragen nach der Authentizität dokumentarischen Materials und seiner jeweiligen Kontextualisierung aufgeworfen.
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80 Portraits: 73 Männer, 7 Frauen
2023
80 Portraits: 73 Männer, 7 Frauen (Verlag für moderne Kunst, 2025)
Ich danke Endstation Rechts, Recherchenetzwerk Berlin und Recherche Nord sowie den zahlreichen anderen antifaschistischen Recherchenetzwerken und ihren Fotograf:innen für das Bildmaterial und ihre unermüdliche Arbeit.
Ausstellungsansicht "Gentle Reminder" @ Galerie Anton Janizewski, Berlin, 2023 // Fotografie von Peter Oliver Wolff
80 Portraits: 73 Männer, 7 Frauen, besteht aus einem Diaprojektor – ein Gerät, das an nostalgische Familienabende mit Urlaubsbildern denken lässt. Hier allerdings laufen Schwarz-Weiß-Bilder durch, die Menschen im immer gleichen Hochformat zeigen. Manche davon nehmen bedrohliche Posen ein, und dabei sind die Gesichter unkenntlich gemacht. Die Zeichen, die diese Figuren am Körper tragen, ihre Tätowierungen, T-Shirts und Trachten verraten ihre Zugehörigkeit zu rechtsextremen Gruppen. Höschl hat diese Bilder online in antifaschistischen Recherchenetzwerken gesammelt, wo sie einem klaren Zweck dienen: die Neonaziszene zu kartografieren, ihre Protagonist*innen zu dokumentieren und Aktivist*innen vor möglichen Angriffen zu warnen. In der jetzigen Konfiguration sind sie ihrem Kontext und ihrer Funktion enthoben. Sie erinnern an das Medium Fotografie selbst: normalerweise sind die Fotograf*innen dieser Porträts weit von Fotografierten entfernt, und nur selten wird der Blick erwidert. – Philipp Hindahl
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Europe is lost
2019
Europe is lost @ EIGEN + ART Lab, Berlin, 2022 // Fotografie von Peter Wolff
Europe is lost @ EIGEN + ART Lab, Berlin, 2022 // Fotografie von Peter Wolff
Europe is lost @ EIGEN + ART Lab, Berlin, 2022 // Fotografie von Peter Wolff "Europe is lost (...) hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Auf einem Foto ist ein Mann zu sehen, dessen Gesicht komplett vermummt ist, ein anderer trägt eine dunkle Sonnenbrille und raucht.", aus dem Artikel "Nie wieder!" von Amelie Völker in der Süddeutschen Zeitung vom 05. Juli 2020
Europe is lost @ EIGEN + ART Lab, Berlin, 2022 // Fotografie von Peter Wolff
Holzschnitt-Serie aus 10-Teilen, Auflage 1/10, 50 x 70 cm
Europe is lost @ EIGEN + ART Lab, Berlin, 2022 // Fotografie von Peter Wolff
Video- & Soundarbeit, 06:24 min
Sichtungslink für Video- & Soundarbeit auf Anfrage -
There's history all around us
2022
There's history all around us @ Galerie Anton Janizweski // Fotografie von Sascha Herrmann
Ausstellung "Schuldiger Realismus" des Kollektivs "Tannhäuser Kreis"
There's history all around us @ Galerie der Künstler*innen // Fotografie von Verena Hägler "Jonas Höschl nimmt auf die Olympiade 1972 Bezug. Der (...) Künstler (...) setzt sich in verschiedenen Medien mit den als "heiter" intendierten Spielen auseinander, die mit der Geiselnahme der israelischen Sportler und einem Blutbad mit elf ermordeten Geiseln, einem toten Polizisten und fünf toten Entführern endete.
Der Künstler verweist (...) auf Leni Riefenstahl, die das "Fest der Völker" 1936 unterm Hakenkreuz in Berlin filmisch heroisierte. Höschl macht aus Versatzstücken Anti-Propaganda.", aus dem Artikel "Bayerische Kunstförderpreise 2021" von Roberta De Righi in der Abendzeitung München vom 04. Februar 2022